Das Robert Bosch Centrum für Innovationen im Gesundheitswesen (RBIG) folgt dem gesellschaftlichen Auftrag des Stifters Robert Bosch. Seit 2022 setzt der ehemalige Förderbereich Gesundheit der Robert Bosch Stiftung seine erfolgreiche Arbeit als RBIG am Bosch Health Campus fort. Im Verbund des Bosch Health Campus und gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnerinnen und Partnern entwickelt das RBIG basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und evidenzbasierten Empfehlungen sichtbare Innovationen im Gesundheitswesen.
Das RBIG schafft Räume zum Lernen und Erproben, initiiert und begleitet Modellprojekte und bringt eigene Erkenntnisse und Erfahrungen in den politischen Diskurs ein. Als Innovationsgestalter, Brückenbauer und Transformationsbegleiter gestaltet das RBIG ein gerechtes und zukunftsfähiges Gesundheitssystem in Deutschland aktiv mit. Ziel der Initiativen ist es, zu mehr gesunden Lebensjahren der Menschen in Deutschland beizutragen. Besonderes Augenmerk gilt dabei unterrepräsentierten und unterversorgten Gruppen. Über öffentliche Ausschreibungen, strategische Partnerschaften und verschiedene Dialogformate werden interne und externe Akteurinnen und Akteure gefördert und in eine enge Zusammenarbeit eingebunden.
Die Gesundheitsversorgung in Deutschland
Das deutsche Gesundheitssystem zählt zu den kostenintensivsten weltweit: Im Jahr 2024 entsprachen die Gesundheitsausgaben 12,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Trotz dieses hohen Mitteleinsatzes erreicht Deutschland bei zentralen Gesundheitsindikatoren wie der Lebenserwartung oder vermeidbaren Krankenhausaufenthalten lediglich durchschnittliche Ergebnisse im internationalen Vergleich.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Insbesondere strukturelle Herausforderungen, wie beispielsweise der Fachkräftemangel, fragmentierte Versorgungsstrukturen sowie der demografische Wandel, erschweren eine bedarfsgerechte, ganzheitliche und koordinierte Versorgung entlang des gesamten Patientenpfades. Die strikte Trennung zwischen ambulanter, stationärer und pflegerischer Versorgung führt häufig zu Brüchen im Behandlungsverlauf, langen Wartezeiten, vermeidbaren Doppeluntersuchungen und einer unzureichenden Vernetzung der beteiligten Akteurinnen und Akteure. Hinzu kommt, dass die Potenziale der digitalen Transformation bislang nicht konsequent genutzt werden. (Quelle: Die Gesundheit der Zukunft und Gesundheitsausgaben in Deutschland - Statistisches Bundesamt)
Zudem liegt der Schwerpunkt des Systems nach wie vor auf der Behandlung von Krankheiten. Prävention, Gesundheitsförderung und der Erhalt von Gesundheit über alle Lebensphasen hinweg spielen dagegen eine vergleichsweise geringe Rolle: Nur rund vier Prozent der Gesundheitsausgaben fließen derzeit in Prävention und Gesundheitsschutz. Gleichzeitig haben lebensstilassoziierte Erkrankungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich zugenommen.
Vielen Menschen fällt es schwer, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und für eigene Entscheidungen zu nutzen. Dabei ist Gesundheitskompetenz eine wichtige Voraussetzung für gesundheitsförderliches Verhalten und eine nachhaltige Entlastung des Gesundheitssystems. Rund 56 Prozent der Menschen in Deutschland verfügen über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz (HLS-GER3, Universität Bielefeld, 2025).
Die Vision
Im Mittelpunkt der Arbeit am RBIG steht die Mitgestaltung eines zukunftsfähigen und resilienten Gesundheitssystems in Deutschland, das mehr gesunde Lebensjahre für alle Menschen ermöglicht und eine nachhaltige Gesundheitsversorgung auch für künftige Generationen sichert. Das RBIG setzt sich für die folgenden Leitprinzipien eines zukunftsfähigen Gesundheitssystems ein:

Die strategischen Handlungsfelder des RBIG
In fünf ineinandergreifenden Handlungsfeldern bündelt das RBIG Kompetenzen, Erfahrungen und Innovationskraft, um ein gerechtes und zukunftsfähiges Gesundheitssystem mitzugestalten. Aufbauend auf bewährten Modellprojekten werden innovative Ansätze weiterentwickelt und skaliert, um Versorgung, Prävention und die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen nachhaltig zu verbessern.