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Bosch Health Campus
Robert Bosch Centrum für Innovationen im Gesundheitswesen

Ein integriertes Primärversorgungssystem für Deutschland

Die vom Bundesministerium für Gesundheit vorgelegten Kernelemente zur Reform der Primärversorgung setzen wichtige Impulse – etwa durch die Stärkung der hausärztlichen Steuerung, digitale Ersteinschätzung und den Ausbau der Terminservicestellen.

Diese Ansätze sollten jedoch strukturell erweitert werden, um den komplexen Versorgungsbedarfen einer alternden, multimorbiden Bevölkerung nachhaltig gerecht zu werden. Ein rein primärärztlich zentriertes System stößt angesichts des Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung an seine Grenzen.

Erforderlich ist die konsequente Weiterentwicklung zu einem integrierten, multiprofessionellen digital gestützten, an regionalen Bedarfen ausgerichteten Primärversorgungssystem, welches die gesundheitliche Grundversorgung einschließlich einer Vernetzung mit Gesundheitsförderung und Prävention als gemeinsame Aufgabe verschiedener Berufsgruppen organisiert und regionale Verantwortung übernimmt.

Dazu zählen insbesondere die rechtliche Stärkung von Primärversorgungseinheiten (PVE) und die gesetzliche Verankerung von Primärversorgungszentren (PVZ), die systematische Einbindung nicht-ärztlicher Gesundheitsberufe, eine konsequente digitale Transformation sowie eine populationsbezogene, teambasierte Finanzierung. Ergänzt wird dies durch die strukturelle Vernetzung mit Apotheken, Betriebsärzt:innen und Bildungseinrichtungen, um Gesundheit bereits in Kindertagesstätten und Schulen zu fördern. 

Das Positionspapier skizziert die dafür notwendigen Strukturprinzipien sowie den politischen und regulatorischen Handlungsbedarf.

Anzahl der Seiten:

20

Erscheinungsjahr:

2026