Pressemeldung

Neues Positionspapier Prävention: Fünf Hebel für mehr gesunde Lebensjahre

Mehr Präventionsangebote allein reichen nicht, um die Gesundheit im Land zu steigern. Notwendig ist eine Neuausrichtung hin zu einem System, dessen Erfolg an den gesunden Lebensjahren der Menschen gemessen wird – so auch die jüngste Aussage von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann. Der Bosch Health Campus liefert jetzt fünf Hebel für die Umsetzung.

Stuttgart, den 5. Oktober 2026 – Deutschland gibt so viel für Gesundheit aus wie kaum ein anderes Land in Europa: 2025 waren es nach vorläufiger Schätzung knapp 580 Milliarden Euro. Gleichzeitig bleiben die gesundheitlichen Ergebnisse hinter den Möglichkeiten zurück: Nach aktuellen Eurostat-Daten konnten Menschen in Deutschland 2024 im Durchschnitt 62,4 gesunde Lebensjahre erwarten, gegenüber 65,2 Jahren im EU-Durchschnitt.

Diese Diskrepanz weist auf ein strukturelles Problem hin: Das deutsche Gesundheitssystem ist in seinen Anreizen und seiner Finanzierungs- und Steuerungslogik überwiegend auf die Behandlung von Krankheit ausgerichtet. Prävention wird bislang weitgehend auf die Vermeidung von Krankheiten reduziert und folgt damit einer defizitorientierten Logik. Gesundheit wird weder systematisch gefördert noch ausreichend honoriert.

Mit seinem neuen Positionspapier „Mehr gesunde Lebensjahre für alle. Vom Krankheits- zum Gesundheitssystem“ liefert der Bosch Health Campus fünf Hebel für den Wechsel zu einer gesundheitsorientierten Logik.

Prävention als Investition in Freiheit und Lebensqualität

Die im Juli 2026 gestartete Präventionsoffensive des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) sieht der Bosch Health Campus als Chance für eine grundlegende Neuausrichtung. So erklärte Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann jüngst, mehr gesunde Lebensjahre zum zentralen Maßstab erfolgreicher Gesundheitspolitik machen zu wollen.

Entscheidend ist, dass die Reformen nicht bei einem Ausbau einzelner Präventionsangebote stehen bleiben. Das Positionspapier nennt drei Paradigmen, die für den Systemwandel entscheidend sind: 1. „Mehr gesunde Lebensjahre für alle“ als übergeordnetes gesundheitspolitisches Ziel, 2. Gesundheit konstruktiv verstehen und 3. Prävention als Investition verstehen.

Prof. Dr. Mark Dominik Alscher, Geschäftsführer des Bosch Health Campus. „Wir müssen den Erfolg unseres Gesundheitssystems stärker daran messen, was es für die Gesundheit der Menschen bewirkt, und nicht allein daran, wie viele Leistungen erbracht werden. Prävention darf deshalb kein zusätzlicher Baustein neben der Versorgung bleiben. Wir brauchen einen Perspektivwechsel: von der Behandlung von Krankheit hin zur systematischen Förderung von Gesundheit.“

Fünf Hebel für ein gesundheitsorientiertes System

Das Positionspapier nennt die folgenden fünf Handlungsfelder:

Gesundheitskompetenz stärken: Menschen brauchen verständliche und verlässliche Informationen sowie Rahmenbedingungen, die gesundheitsfördernde Entscheidungen ermöglichen. Gesundheitsförderung darf nicht allein von individuellen Ressourcen abhängen.

Gesundheitszugewinne über den gesamten Lebensverlauf ermöglichen: Gesundheitsgewinne müssen in allen Lebens- und Krankheitsphasen möglich werden – etwa durch den Erhalt von Mobilität, Selbstständigkeit und sozialer Teilhabe.

Digitalisierung und KI für eine wirksamere Prävention nutzen: Digitale Anwendungen eröffnen neue Möglichkeiten, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und Präventionsangebote stärker auf individuelle Bedürfnisse auszurichten.

Gesundheit vor Ort gestalten: Eine multiprofessionelle Primärversorgung kann – im Zusammenspiel mit kommunalen Strukturen – zum zentralen Anker für Prävention und Gesundheitsförderung werden.

Finanzierung und Steuerung an Gesundheitszugewinnen ausrichten: Neben patientenrelevanten Ergebnissen müssen populationsbezogene Gesundheitsgewinne berücksichtigt werden. 

Gemeinsam über Sektoren- und Ressortgrenzen hinweg

Dabei reicht eine Reform innerhalb des Gesundheitssystems nicht aus. Wirksame Prävention berührt zahlreiche Politikfelder – von Landwirtschaft und Ernährung über Familie und Bildung bis hin zu Finanzen, Arbeit und Stadtentwicklung. „Entscheidend ist, ob wir die Strukturen so verändern, dass sich Investitionen in Gesundheit tatsächlich lohnen“, sagt Alscher. „Wenn wir mehr gesunde Lebensjahre ermöglichen wollen, müssen wir Gesundheit zum gemeinsamen Ziel aller Akteur:innen machen – über Sektorengrenzen und Ressortgrenzen hinweg.“

Pressekontakt

Dr. Cornelia Varwig
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bosch Health Campus
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